AFFiRiS AG

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Überblick

AFFiRiS entwickelt synthetische Impfstoffe gegen chronische Krankheiten mit dringendem medizinischen Bedarf und attraktiven Märkten. Die antigenen Determinanten dieser Impfstoffe sind kurze Peptide, die als B-Zellepitope fungieren. Ziel ist es, Antikörper-Immunantworten hervorzurufen, die die jeweilige Zielstruktur mit der entsprechend angebrachten Spezifität adressieren. Zytotoxische T-Zellantworten werden ebenso vermieden wie autoimmune T-Helferzellinduktionen. Dies gelingt einfach dadurch, dass die Peptide zu kurz sind, um solche T-Zellen zu induzieren. Die jedoch notwendige T-Zellhilfe wird dennoch dadurch hervorgerufen, dass die Peptide kovalent auf ein Träger-Protein wie KLH gekoppelt werden.

 

Die Basis dieser Entwicklungen bildet die patentgeschützte AFFITOM®-Technologie. Sie liefert nicht nur einen einzelnen Impfstoffkandidaten für eine jeweilige Krankheit, sondern gleich einen ganzen Pool. Das ist deshalb möglich, weil sich die Technologie der sogenannten molekularen Mimikri bedient. Somit wird nicht das jeweilige Zielmolekül oder Fragmente davon als Antigen (z.B. ß-Amyloid bei Alzheimer) im Impfstoff eingesetzt, sondern eine davon verschiedene Aminosäuresequenz. Das bringt gleich mehrere Vorteile gegenüber der Konkurrenz, die darauf angewiesen ist, mit nativen Sequenzen zu arbeiten. Die wichtigsten davon sind:

  • Das Antigen ist immunologisch „fremd“, Toleranz muss nicht gebrochen werden.
  • Die Spezifität der Immunantwort kann ganz fein justiert werden, z.B. gegen Neoepitope. Das bietet ein erhöhtes Sicherheitsniveau, dass mit nativen Sequenzen nicht erreicht werden kann. Mit Neoeptiopen bezeichnen wir Strukturen, die nur (neu) auf der pathologischen Struktur vorkommen und nicht auf etwaigen „gesunden“ Vorläuferproteinen. Im Fall von Alzheimer, stammt das zu adressierende ß-Amyloid vom Amyloid-Precursor-Protein, APP ab. APP kommt auf fast allen Geweben vor und fungiert in der löslichen sAPP-Form als neuroprotektiver Faktor. Wenn man das ß-Amyloid oder Fragmente davon als Impfstoff einsetzt, kann man konzeptionell nicht ausschließen, dass sich die induzierte Immunantwort auch gegen das parentale APP richtet, das ja die identische Aminosäuresequenz aufweist.
  • Sollte wider Erwarten ein vielversprechender präklinischer Kandidat in der Klinik nicht die gewünschte Verträglichkeit oder Wirksamkeit zeigen, können weitere Peptide aus dem AFFITOM®-Pool herangezogen werden. Das bedeutete eine signifikant erhöhte Erfolgswahrscheinlichkeit gegenüber der Konkurrenz, die mit der nativen Sequenz praktisch nur einen Produktkandidaten zur Verfügung hat.