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Auf Grundlage der AFFITOM®-Technologie ist es möglich, innovative immunbasierte Lösungen für eine Vielzahl von Erkrankungen anzubieten, bei denen (krankhaft veränderte) körpereigene Proteine die spezifische Zielstruktur darstellen. Bei AFFiRiS hat man im Rahmen der Entwicklung einer Parkinson-Impfung bereits mit dem präklinischen Studienprogramm begonnen, entsprechende Patentanmeldungen sind eingereicht. Neben der Alzheimer-Demenz zählt der Morbus Parkinson zu den schwerwiegendsten neurodegenerativen Erkrankungen. Aufgrund der demografischen Veränderung gehen Experten davon aus, dass sich die Zahl der Parkinson-Patienten in den westlichen Industrieländern von heute ca. 4 Millionen auf ca. 9 Millionen im Jahr 2030 steigern wird. Derzeit stehen zur Behandlung der Parkinsonerkrankung symptomatisch wirksame Medikamente zur Verfügung, die auf eine vermehrte Bereitstellung des fehlenden Neurotransmitters Dopamin ausgerichtet sind.
Eine kausale Therapie ist bisher nicht verfügbar.
Das körpereigene Protein α-Synuclein ist der Hauptbestandteil der Eiweißablagerungen, die in degenerierten dopaminergen Zellen bei Parkinson-Kranken gefunden werden. Ähnlich wie ß-Amyloid in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten kommt es zur Bildung pathologischer Aggregate von α -Synuclein, die sich als sogenannte Lewy-Körperchen in Nervenzellen ablagern und Neuronen absterben lassen.
Durch den fortschreitenden Nervenzellverlust in spezifischen Hirnarealen entstehen die typischen Symptome der Parkinson-Erkrankung: Eine fortschreitende Bewegungsarmut (Akinese), Steifigkeit (Rigor) und Zittern (Tremor). Allgemein wird angenommen, dass sich eine Reduktion der zerebralen α –Synuclein Konzentration positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt.
Der von AFFiRiS entwickelte und als PD01 bezeichnete Impfstoff wird nun im Rahmen der präklinischen Untersuchung auf seine Wirksamkeit („Proof of Concept“) hin untersucht. Die von der Parkinson-Impfung ausgelöste Immunantwort gegen das schädigende α-Synuclein-Eiweiß soll in der Folge einen nachhaltigen therapeutischen Effekt erzielen. α -Synuclein ist dabei ein attraktives Ziel um Parkinson ursächlich – und nicht nur symptomatisch – zu behandeln. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass α -Synuclein ein körpereigenes Protein ist, das zu einer Proteinfamilie gehört, deren Mitglieder umfassende strukturelle Übereinstimmungen aufweisen.
Die als ß-Synunklein und γ -Synuclein bezeichneten weiteren Mitglieder dieser Proteinfamilie sind für den gesunden Körper wichtig. Eine Behandlung zur Reduktion von α -Synuclein muss also genauestens die feinen Strukturunterschiede dieser verwandten Proteine beachten. Genau für solche Problemstellungen ist die AFFITOM®-Technologie prädestiniert.