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Immuntherapie

Es werden zwei Arten der Immuntherapie unterschieden: die aktive und die passive Impfung. Bei der aktiven Impfung wird ein Impfstoff subkutan oder intramuskulär injiziert, dies regt das Immunsystem dazu an eine gezielte Immunantwort (z.B. spezifische Antikörper) auszubilden, die wiederum den schützenden Effekt der Impfung vermittelt. Bei der passiven Impfung werden Antikörper einer bestimmten Spezifität in großen Mengen im Labor hergestellt. Diese werden dann aufgereinigt und den Patienten zumeist intravenös verabreicht. Die Geschichte der aktiven Immuntherapie (siehe Abbildung 3) begann als Sir Edward Jenner beobachtete, dass Kuhpocken-infizierte Personen vor einer Pockeninfektion geschützt waren. Er impfte daraufhin Personen mit Kuhpocken, was diese vor der oft fatal verlaufenden Pockeninfektion schützte. Das Prinzip war so einfach wie wirksam. Dank weltweiter Impfprogramme konnten die Pocken 1980 von der WHO für eradiziert erklärt werden. Ähnlich spektakuläre Erfolge verzeichnet die Impftherapie bei der Poliomyelitis (Kinderlähmung). Basierten die ersten Impfstoffe im Wesentlichen auf empirischen Methoden, so haben innovative Technologien und unser zunehmendes molekulares Verständnis der Immunologie zu neuen, besser wirksamen und besser verträglichen Impfstoffen geführt. Dadurch konnten auch neue Indikationsgebiete erschlossen werden. Neben den Krebserkrankungen rücken zunehmend chronische Krankheiten ins Zentrum des Interesses von Impfstoffentwicklern.

 

Geschichte der Aktiven Impfung

Infektiologie/Immunologie/Impfung

Krebs

Chronische Krankheiten

Alzheimer Immuntherapie

Das Kapitel der Alzheimer Immuntherapie wurde von Dale Schenk aufgeschlagen. Er untersuchte erstmals systematisch mögliche Alzheimer Impfstoffe in so genannten Alzheimer Mäusen. Zielstruktur seiner Impfung war das, in den Gehirnen der Alzheimer Patienten vermehrt vorkommende, β-Amyloid. Er machte daraus einen Impfstoff in dem er es mit einem Adjuvans, einem immunologischen Hilfsstoff, vermischte. Dieser konnte tatsächlich die β-Amyloid-Belastung der Gehirne der Alzheimer Mäuse senken, die typischen Schäden reduzieren und die Gedächtnisleistung der Tiere verbessern. In der Folge wurden diese Befunde von anderen Wissenschaftlern bestätigt. Dabei zeigte sich, dass diese schützenden Effekte von β-Amyloid-spezifischen Antikörpern vermittelt wurden.

 

Der von Schenk und Kollegen entwickelte, so genannte AN1792 Impfstoff wurde dann in ein klinisches Entwicklungsprogramm eingeführt. Seine Entwicklung wurde aber abrupt in der Phase II durch das Auftreten von Meningoencephalitiden gestoppt. Als wahrscheinlichster Auslöser dieser Nebenwirkung gelten Aβ-spezifische CD4+ T Lymphozyten vom TH1 Typ. Trotz vorzeitigem Abbruch der Studie, was zur Folge hatte, dass die meisten Patienten lediglich 2x geimpft wurden, war in ca. 20% der Geimpften eine recht starke Aβ-spezifische Antikörperantwort ausgelöst worden. Der kognitive Status dieser Patienten war im Vergleich zu denen de Placebokontrollgruppe 1 Jahr nach den Impfungen deutliche besser. Einen sehr wichtigen Befund lieferte die Langzeitnachbeobachtung dieser Patienten: abhängig vom Spiegel der Aβ-spezifischen Antikörper kam es zu einer Reduktion der Zahl der β-Amyloid Plaques – ein klarer Beleg für die biologische Wirksamkeit der Impftherapie.

 

Nicht zuletzt diese Befunde beflügelten die Entwicklung der Zweitgenerations Alzheimer Impfstoffe. Diese sind so konzipiert, dass sie schützende Aβ-spezifische Antikörper induzieren ohne dabei Aβ-reaktive T Lymphozyten zu aktivieren.